Wahlkampfbriefing

Der Ausbau der digitalen Infrastruktur ist in der aktuellen Zeit eine der wichtigsten Aufgaben der Digitalpolitik. Rüsten Sie sich mit der ersten Stufe unserer Wahlkampfvorbereitung für die Herausforderungen als Digitalpolitiker:in und nutzen so den Glasfaserausbau als Wahlkampfthema.

Sie möchten mehr zu den Chancen in Ihrem Wahlkreis erfahren und digitalpolitische Kompetenz aufbauen? Melden Sie sich für eines der Online-Wahlkampbriefings an oder vereinbaren Sie ein individuelles Gespräch.

Fragen & Antworten mit Relevanz für 

  • Bürger:innen 

  • Nachhaltigkeit

  • Unternehmen 

  • Kommunen 

Bürger:innen

FAQs Bürger:innen

  • Wofür brauche ich denn schnelles Glasfaser-Internet? Ist das nicht nur für Unternehmen wichtig?

    Die Anforderungen an die Internetleitung steigen ständig und rasant. Die Corona-Pandemie hat die Notwendigkeit eines stabilen und zukunftssicheren Internetanschlusses für alle sichtbar gemacht. Egal ob Homeoffice, Homeschooling, Fernsehen in 4K oder 8k, Videokonferenzen mit Freunden und Familie, digitale Verwaltungsleistungen oder zukünftig die deutlich verstärkte Nutzung von digitalen Gesundheitsanwendungen – wer zu Hause einen Glasfaseranschluss nutzt, muss sich weder jetzt, noch in den nächsten Jahrzehnten Gedanken um seinen Internetzugang machen.  

  • Warum dauert es so lange, bis auch unser Ort echte Glasfaseranschlüsse bekommt?

    Der Ausbau der digitalen Infrastruktur kann man mit dem Ausbau der „analogen“ Infrastruktur, also z. B. dem Schienen- oder Straßennetz vergleichen. Beim Bau der Datenautobahnen werden Glasfaserkabel durch die Straßen bis in die einzelnen Gebäuden verlegt. Auch wenn in Deutschland weit mehr als 200 Telekommunikationsunternehmen im Glasfaserausbau aktiv sind, kann nicht jeder Ort zur gleichen Zeit angeschlossen werden. Das hängt auch damit zusammen, dass nicht genügend Tiefbaukapazitäten zur Verfügung stehen. Bis wir in Deutschland ein flächendeckendes Glasfasernetz haben werden, werden noch ein paar Jahre vergehen. Dort wo die Nachfrage der Bürger:innen nach Glasfaseranschlüssen aber hoch ist, geht der Ausbau schneller voran als in Gebieten, wo das Interesse der Bürger:innen nicht so groß ist.  

  • Bei uns im Ort führt gerade ein Unternehmen eine sogenannte „Vorvermarktung“ durch. Warum soll ich schon für einen Glasfaseranschluss unterschreiben, bevor überhaupt Leitungen in unserem Ort verlegt werden?

    Der von den Telekommunikationsunternehmen selbst finanzierte Ausbau geht deutlich schneller als der Ausbau unter Einsatz staatlicher Fördermittel. Die Unternehmen brauchen für diese große Investition aber die Sicherheit, dass sich dieser auch lohnt. Je mehr Kunden sich also im Vorfeld für einen Vertrag entscheiden, desto sicherer, schneller und für alle kostengünstiger kann der Ausbau vor Ort erfolgen. Wenn sich nicht genügend Bürger:innen für einen Ausbau in einem Gebiet entscheiden, wird eine große Chance verpasst und das Glasfasernetz in einer anderen Kommune errichtet.

  • Muss der Staat nicht einfach mehr Geld für den Glasfaserausbau bereitstellen?

    Es klingt paradox – aber im Gegenteil. Die 2015 gestartete Förderung der Bundesregierung in den sogenannten weißen Flecken, also Gebieten wo die Internetversorgung besonders schlecht ist, war eine wichtige Ergänzung zum eigenwirtschaftlichen Ausbau der Unternehmen. Aber: Geld allein baut keine Glasfasernetze. An fehlenden Finanzmitteln wird der Ausbau nicht scheitern. Geld ist durch den Einstieg zahlreicher Investoren wie Pensionsfonds, Versicherer und Finanzinvestoren in großem Maße vorhanden Trotzdem setzt die Politik beim Ausbau weiter sehr stark und starr auf den Einsatz möglichst umfangreicher und breit gestreuter staatlicher Fördermittel. Staatliche Unterstützungsmaßnahmen sollten stattdessen auch zukünftig prioritär dort eingesetzt, wo die Internetversorgung der Bürger:innen besonders schlecht ist und die wirtschaftliche Grundlage für einen Glasfaserausbau auch in den nächsten Jahren fehlen wird. Nicht zielgerichtet eingesetzt, treten staatliche Fördermaßnahmen und eigenwirtschaftlicher Ausbau jedoch in Wettbewerb um die ohnehin schon knappen Tiefbaukapazitäten und Fachkräfte.

  • Welchen Vorteil hat ein:e Immobilieneigentümer:in durch einen Glasfaseranschluss?

    Neben der deutlich erhöhten Leistung des Internetanschlusses, setzt man damit auf Zukunftssicherheit. Weitere Verlegearbeiten auf dem Grundstück und im Gebäude sind in den nächsten Jahrzehnten dann nicht mehr erforderlich. Zudem führt der Glasfaseranschluss zu einer Wertsteigerung der Immobilie um ca. 5-8%.

Umwelt

FAQs Nachhaltigkeit

  • Mehr Datenübertragungen durch die Digitalisierung führen zu immer höherem Energieverbrauch.

    Glasfaseranschlüsse arbeiten deutlich energiesparender als herkömmliche Kupferleitungen. Sie verbrauchen im laufenden Betrieb bis zu siebzehnfach weniger Energie als herkömmliche Kupfernetze. Bei einer flächendeckenden Glasfaserversorgung aller Haushalte lassen sich so 240 Megawatt an Strom einsparen. Zum Vergleich: Ein Kohle-Kraftwerk erreicht eine Leistung von 100 – 1.000 Megawatt. Dass Glasfaser die klimafreundlichste Art der Datenübertragung ist, belegt auch eine Studie des Umweltbundesamtes. Bei einer Stunde Videostreaming über Glasfasernetze werden lediglich 2 Gramm CO2 verbraucht.  Zum Vergleich: Bei kupferbasierten Netzen verdoppelt sich der Co2-Ausstoß. Bei Mobilfunk über 4G und 5G liegt er noch höher. So hilft der Ausbau mit echter Glasfaser, den Energieverbrauch der Dateninfrastruktur in Deutschland zu reduzieren. Er leistet also auch einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele.

  • Tiefbauarbeiten zur Verlegung der Glasfaserkabel greifen in die Landschaft und Natur ein.

    Nicht überall muss der Ausbau in konventioneller Tiefbauweise erfolgen. Moderne, in der Praxis bewährte Verlegemethoden führen zu vergleichbarer Qualität. In der gleichen Zeit lassen sich damit bei geringerem Eingriff in die Landschaft, deutlich mehr Haushalte ans Glasfasernetz anschließen, damit diese stärker zur Anwendung gebracht werden, brauchen wir noch mehr Aufklärung in den Bauämtern vor Ort. Zusätzlich kann von der Normierung moderner Verlegeverfahren, die längst keine Nischenverfahren mehr sind, ein wichtiger Impuls für eine noch stärkere Akzeptanz ausgehen.

Unternehmen

FAQs Unternehmen

  • Warum sollte sich ein Unternehmen für einen Glasfaseranschluss entscheiden?

    Gerade Unternehmen sind auf eine sichere- und stabile Internetverbindung angewiesen. Glasfasernetze erfüllen diese Anforderungen deutlich besser als herkömmliche kupferbasierte Anschlüsse. Sie sind auch deutlich weniger störanfällig und haben einen geringeren Wartungsaufwand.  

  • In unserer Region sollten schon längst Glasfaseranschlüsse verfügbar sein. Letztlich war aber die Nachfrage insgesamt zu gering. Wie kann man das ändern?

    Dort wo die Nachfrage der Bürger:innen und Unternehmen nach schnellem Internet groß ist, schreitet der Glasfaserausbau schnell voran.  In Gebieten, in denen der Ausbau knapp an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit scheitert, weil zu wenige Haushalte und Unternehmen bereit sind auf Glasfaser zu wechseln, kann eine Glasfaser-Prämie, durch die ein Teil der Kosten für den Glasfaseranschluss des Gebäudes, des Internetvertrages und der Glasfaserverkabelung im Gebäude übernommen wird, schnell und unbürokratisch helfen, einen Ausbau erfolgreich umzusetzen, in dem Anreize für eine höhere Nachfrage gesetzt werden. Diese Möglichkeit, die in anderen EU-Staaten bereits genutzt wird, hilft dabei den Ausbau zu beschleunigen, bei gleichzeitig überschaubarem Einsatz von Steuergeldern. Die nächste Bundesregierung sollte den Instrumentenkasten staatlicher Unterstützungsmaßnahmen um dieses Element erweitern.

Kommunen

FAQs Kommunen

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